Online von unterwegs arbeiten | Tipps

Online von unterwegs arbeiten - TippsIch durfte in den letzten Wochen ein bisschen die Welt als „Digitaler Nomade“ schnuppern. Bei meinem Arbeitgeber ist es möglich, auch von unterwegs aus zu arbeiten. Das nennt sich dann „Workation“. So habe ich meinen England-Aufenthalt auf sagenhafte 6 Wochen „hochschrauben“ können.

Bei „Workation“ ist man aber selbst dafür verantwortlich, eine genügend schnelle Internetverbindung zu haben. Und das hat mir doch etwas Sorgen bereitet, denn in der Vergangenheit hatte ich in den Ferien doch immer wieder Schwierigkeiten damit.

4G via Teppy Hotspot

Da ich auf meinem Handytarif „nur“ 3GB Daten pro Monat hatte, habe ich mich für einen Teppy entschieden. Das ist ein Wireless Hotspot, denn man mitsamt Datentarif bekommt.

teppy 4g hotspot
Teppy 4G Hotspot für das Arbeiten von unterwegs

Man kann ihn mieten oder kaufen.

Folgende Tarife sind zur Zeit verfügbar:

  • 1 GB pro Tag mit 4G Geschwindigkeit für EUR 8.90 pro Tag
  • 3 GB pro Tag mit 4G Geschwindigkeit für EUR 11.95 pro Tag

Das Ganze kommt mit „Unlimited Internet“. Was heisst das? Man hat nur die angegebene Datenmenge pro Tag mit voller Geschwindigkeit zur Verfügung, danach drosselt der Teppy auf 256kbits. Damit soll browsen, emailen und Social Media noch funktionieren. In der Praxis macht das allerdings kein Spass.

Man kann das ganze auch monatlich buchen, was ich gemacht habe.


Meine Empfehlungen für meine Leser:


  • 30GB (nutzbar jeweils voll 1 GB pro Tag) kostet pro Monat EUR 85.00
  • 60GB (nutzbar jeweils voll 2 GB pro Tag) kostet pro Monat EUR 125.00

Das ganze gilt auch dann tageweise, also das heisst, man kann nur 1 GB oder 2 GB pro Tag mit voller Geschwindigkeit nutzen, danach wieder 256kbps.

Man muss mindestens 3 Monate buchen, sonst zahlt man für das Gerät noch einmal 109.00 Euro.

Billig ist das ganze nicht. Dieser Tarif gilt jedoch praktisch in ganz Europa und zu der Zeit hatte ich keine andere flexible Lösung fürs Ausland.

Kurz nach meiner Bestellung hat mein Handyprovider yallo eine flexibel buchbare Option lanciert: 35 CHF (ca. 30 Euro) „yallo Travel Surf unlimited“, wobei hier auch „nur“ 40 GB mit voller Geschwindigkeit möglich sind, danach wird runter gedrosselt (Download 256 kbits, Upload 128 kbits). Das Ganze ist aber nicht tageweise, sondern am Stück nutzbar. Man kann seine 40 GB also auch an einem Tag schon verbrauchen, dann bei Bedarf aber auch vor Ablauf eines Monats ein weiteres Mal diese Option dazu buchen. Gerade diese Flexibilität macht yallo für mich nach einigen Versuchen mit anderen Anbietern für mich zum Anbieter erster Wahl.

Erfahrungen mit dem Teppy 4G Hotspot

Im Nachhinein würde ich den 4G Hotspot nicht mehr kaufen und zwar aus den folgenden Gründen:

Dieser Hotspot bietet den Zugang für die Endgeräte via WLAN an. Für das Endgerät ist das ein WLAN wie jedes andere auch. Dass heisst, das Endgerät weiss nicht, dass hier das Volumen begrenzt ist und behandelt es wie jedes andere.

Die Bilder werden zum Beispiel via Cloud synchronisiert und alle Apps automatisch upgedatet.

Nach den ersten Tests, die glücklicherweise noch zu Hause stattfanden, kam ich überhaupt nicht mit dem Teppy klar. Man kann sich eine Internet-Seite des Teppyies aufrufen und bekommt die verbrauchten Daten angezeigt. Dabei fiel mir auf, dass die 1 GB immer praktisch sofort verbraucht waren. Nach einigem Probieren stellte ich fest, dass speziell das Smartphone hier sehr viel Daten zog.

Ich habe ein iPhone. Und bei dem ist es zwar möglich, festzulegen, welche App das Handynetz nutzen darf, aber nicht, welche das WLAN nutzen darf. Das soll zwar bei einem sogenannten „gejailbreakten“ iPhone gehen. Da ich aber ansonsten keinen Bedarf dazu habe, wollte ich mein iPhone im Originalzustand lassen.

Für mein Macbook legte ich mir die App TripMode zu (gibt es auch für Windows), mit der sich sehr fein regeln lässt, wer überhaupt noch online gehen darf.

Unter Windows gibt es noch die Einstellung „getaktete Verbindung“, die den Datenverbrauch ebenfalls reduzieren soll.

getaktete-verbindung-windows-10

An Trip-Mode gefällt mir, dass ich hier genau festlegen kann, welche App überhaupt noch ins Internet darf.

tripmode-screenshot

Unzureichender Support für den Teppy

Ich habe zweimal eine Anfrage an den Support gestellt. Leider machte der alles andere als eine gute Figur. Im Chat konnte mir der Mitarbeiter nicht sagen, wie sich die Signalstärke des Handy-Netzes feststellen lässt. Wie ich finde eine sehr wichtige Grundfunktion. 

Der Teppy hat nur eine Taste und drei Kontroll-LED für WLAN, Signalstärke Handy-Netz und Ladezustand Batterie. Man muss mit der Taste durch die drei Modis durchswitschen. Im Modus zwei wird die Signalstärke angezeigt. Aber immer nur ein paar Sekunden. Sehr unpraktisch, wenn man auf der Suche nach einem besseren Standort ist.

Bei meiner zweiten Anfrage hatte ich nachgefragt, warum ich mit dem Teppy so schlechten Durchsatz habe und dass, obwohl ich an einem Standort mit einer guten Netzabdeckung war. Hier hatte ich selbst übersehen, dass das Smartphone immer die 1 GB verbraucht hatte. Das war natürlich mein Fehler. Von Teppy erhielt ich aber lediglich eine Standardantwort, ohne den Hauch eines Lösungsansatzes.

Hello Lars,

Sorry to hear about the inconvenience. Normally the signal depends on the location and may take time to establish a connection.

Please, let us know if you encounter any issue and we’ll see what we can do from our end.

Kind regards

 

iPhone als Hotspot

Generell würde ich das iPhone als Hotspot immer vorziehen.

Wenn das iPhone als Hotspot funktioniert, nutzt das iPhone selber das Handynetz und nutzt dementsprechend weniger Daten, da ich nur wenigen Apps den Zugang via Handynetz erlaubt habe.

Vom Macbook aus kann ich wiederum via Tripmode festlegen, welche App via iPhone Hotspot das Internet nutzen darf.

Das hat jeweils recht gut funktioniert. Gelegentlich war der Empfang via iPhone-Hotspot aber schlechter wie beim Teppy.

Ausserdem verliert man an Flexibilität. Ich habe einmal bei schlechtem Empfang in einem AirBnb das Teppy in mein Auto gelegt und vom AirBnb via WLAN gearbeitet. Das Smartphone ins Auto zu legen wäre wesentlich umständlicher gewesen, weil ich für das Login in bestimmte Applikationen immer mal wieder das Handy für die sogenannte Zwei-Faktor-Authentisierung benötige. Somit hätte ich zwischen AirBnb und Auto hin und herspringen müssen, was beim britischen Wetter nicht soviel Spass gemacht hätte.

Zugang über WLAN im AirBnb, Hotel, Campingplatz

Öffentliche WLANs sind nach meiner Erfahrung praktisch immer eine Katastrophe. Auf den Campingplätzen konnte ich zum Teil unter Tags noch halbwegs arbeiten. Sobald aber abends alle gegessen hatten, wurde die Verbindung immer schlechter. Das liegt daran, dass sich alle auf einer Funkzelle eingeloggten Endgeräte den Kanal teilen müssen.

Hier hilft auch wieder mit TripMode den eigenen Verbrauch zu reduzieren und nötigenfalls das WLAN auf dem Handy abschalten, damit dieses nicht auch noch Daten benötigt.

Ich will nicht alles lesen, sondern eine Zusammenfassung!

OK, also hier…

Abdeckung des Handynetzes im Zielland checken

Wenn du wie ich auf eine stabile Internet-Verbindung angewiesen bist und auch zu festen Zeiten arbeiten musst, dann erkundige dich in Foren, wie die Abdeckung durch das Handynetz in deinem Zielland ist.

Abdeckung von WLAN checken

Wenn du genau weisst, wo du übernachtest, kannst du vorab nachfragen, ob WLAN vorhanden ist. Problem: Du wirst of „Ja“ als Antwort hören, aber das Vorhandensein sagt nichts über die Qualität. Nach meinen Erfahrungen hast du die besten Chancen bei Privatleuten, die nur ganz wenige Zimmer vermieten (z.B. via AirBnb).

Zweitlösung ohne langfristige Vertragslaufzeit besorgen

Ich bin ein Fan von Zweitlösungen, speziell wenn ich auf etwas angewiesen bin. Wenn dir also nie ständig WLAN zur Verfügung steht, dann nutze eventuell ein zweites Handy als Hotspot mit dem Tarif eines zweiten Providers, den du nach der Reise wieder kündigen kannst.

Reduziere deinen Datenverbrauch

Nutze Tools wie TripMode, um den eigenen Datenverbrauch zu reduzieren.

Sichere deinen Datenverkehr ab

Wenn du dich in öffentlichen Netzen befindest, besteht die Gefahr, dass deine Daten abgefangen werden. Wenn du sehr sicherheitsrelevante Dinge machst, wie zum Beispiel E-Banking, macht es eventuell Sinn, ein VPN zu nutzen. Eine Möglichkeit wäre hier der schweizer Anbieter ProtonVPN.

Vermeide die Nutzung von 3G/4G Hotspots mit Volumenbegrenzung

Ausser du hast einen Anbieter, der dir via Hotspot ein unbegrenztes Volumen zur Verfügung stellt, rate ich dir vor einem Hotspot ab. Für die Endgeräte wird ein normales WLAN zur Verfügung gestellt. Speziell auf Handys lässt sich deren Nutzung schwer einschränken und das Volumen ist möglicherweise schnell verbraucht.

Beachte bei der Nutzung von SIM-Cards von vor Ort

Oft wird geraten, man soll sich bei einem Anbieter vor Ort eine SIM-Card kaufen. Das kann Sinn machen. Allerdings hast du dann nur den einen Anbieter zur Verfügung. Wenn du eine Karte von deinem Heimatland hast, die im Roaming-Modus läuft, kannst du in der Regel alle Anbieter vor Ort nutzen und hast daher eine bessere Abdeckung. Wenn du dir trotzdem eine SIM-Card vor Ort kaufst, solltest du dich nach der Netzabdeckung des Anbieters der SIM-Card erkundigen.

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Video-Link: https://youtu.be/WYWfc6pvyYg

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