Zuletzt aktualisiert am 20. Mai 2025 von Lars
Ein Raspberry Pi ist ein kleiner, günstiger Einplatinencomputer, der ursprünglich für Bildungszwecke entwickelt wurde, mittlerweile aber in vielen Bereichen eingesetzt wird. Er passt in die Handfläche, verbraucht wenig Strom und bietet dennoch genug Leistung für viele Projekte – von der Hausautomation über Medienserver bis hin zu kleinen Servern oder sogar Retro-Gaming-Konsolen. Mit einem passenden Betriebssystem wie Raspberry Pi OS kannst du ihn einfach über eine SD-Karte starten und loslegen. Dank der grossen Community findest du unzählige Anleitungen und Unterstützung für deine eigenen Projekte!
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Inhaltsverzeichnis
Ich und der Raspberry Pi
Bisher vor kurzem habe ich nicht mit dem Raspberry Pi gearbeitet. Da ich beruflich aber jetzt immer mehr mit Linux zu tun habe und auch hier so ein paar Ideen für den Einsatz habe, wird es Zeit, sich das Ding näher anzuschauen.
Die Geschichte des Raspberry Pi
Der Raspberry Pi wurde von der Raspberry Pi Foundation entwickelt, einer gemeinnützigen Organisation in Grossbritannien. Die Idee dahinter war, einen günstigen und einfach zu nutzenden Computer zu erschaffen, um mehr Menschen – besonders Schüler und Studenten – für Programmierung und Technik zu begeistern. Die erste Version kam 2012 auf den Markt und war sofort ein Erfolg. Ursprünglich als Lern-Tool gedacht, wurde der kleine Rechner schnell auch von Hobbyisten und Entwicklern für unzählige Projekte genutzt. Über die Jahre hat sich der Raspberry Pi weiterentwickelt, mit mehr Leistung, besseren Anschlüssen und neuen Funktionen – trotzdem bleibt er bis heute ein erschwinglicher und vielseitiger Mini-Computer.
Raspberry Pi – Verfügbare Modelle
Der Raspberry Pi gibt es in verschiedenen Modellen, die sich in Leistung, Grösse und Anschlüssen unterscheiden. Die bekanntesten sind die Raspberry Pi 4 und Raspberry Pi 5, die genug Power für Desktop-Anwendungen, Server oder komplexe Projekte bieten. Daneben gibt es den Raspberry Pi Zero, eine besonders kleine und stromsparende Variante für kompakte Projekte. Der Raspberry Pi 400 ist eine spezielle Version, bei der der Computer direkt in eine Tastatur integriert ist – ideal für Einsteiger. Zusätzlich gibt es verschiedene Versionen mit unterschiedlichen RAM-Grössen, sodass du das Modell wählen kannst, das am besten zu deinem Projekt passt.
Es gibt verschiedene Ausgaben, entweder nur die Platine einzeln oder auch alles zusammen im Starter-Set. Hier nur eine kleine Auswahl, die Auswahl ist riesig.
Was du für den Start unbedingt brauchst
Der Raspberry Pi kann mit einem USB-C Netzteil versorgt werden. Das hast du wahrscheinlich noch zu Hause.
Der Bildschirmausgang ist Mini-HDMI. Hier brauchst du wahrscheinlich ein entsprechendes Adapterkabel. Achte darauf, dass dein Monitor einen HDMI-Eingang hat, ansonsten musst du ein entsprechend anderes Kabel haben.
Maus und Tastatur mit USB-Anschluss hast du sicherlich noch daheim. Ich habe mir auch noch einen kleinen Monitor gekauft, das ist aber nicht unbedingt nötig.
Auf Dauer braucht es natürlich auch ein Gehäuse. Da sollte man kein zu billiges nehmen. Mir fehlt hier die Erfahrung betreffend notwendiger Kühlung.
Was du aber sicherlich noch brauchst, ist eine Micro SD-Card oder eine externe USB-Festplatte. Denn der Raspberry Pi hat keine eigene Festplatte, sondern verwendet als Medium per Standard eine Micros SD-Card. Diese sollte einigermassen flott sein, damit auch das Betriebssystem entsprechend gut bedienbar ist.
Viele Anwender berichten ausserdem, dass die Karten häufig kaputtgehen, sehr wahrscheinlich aufgrund der vielen Lese- und Schreibzugriffe, die das Betriebssystem macht.
Stattdessen eine externe Festplatte am USB 3.0 Port zu verwenden, kann also durchaus Sinn machen.
Ausserdem gibt es auch Zubehör, mit dem sich direkt SSDs nutzen lassen.
Installationsmedium einrichten

Um das Installationsmedium einzurichten, musst du hier den Raspberry Pi Imager herunterladen.
Mit diesem Tool, was ziemlich selbsterklärend ist, installierst du das Betriebssystem auf eine SD-Card oder alternativ auch auf eine USB-Festplatte.
Bei USB-Festplatten ist aber der Nachteil, dass diese vom Tool mit MBR formatiert werden und von daher nur eine maximale Partitionsgrösse von 2 TB aufweisen können. Klingt nach viel, aber schlecht für mein erstes Projekt, den Aufbau eines NAS.


Rasberry Pi einrichten
Nun kann es losgehen. Das initiale Setup geht meist nicht ohne Kabelwust und ist daher nicht unbedingt für einen aufgeräumten Schreibtisch geeignet.

Boote einfach von der SD-Card oder Festplatte und ein Installations-Assistent führt dich durch das Setup.


Nachdem die Installation durchgelaufen ist, kannst du mit dem System arbeiten.
Fernzugriff einrichten
Einige Einstellungen, wie zum Beispiel SSH- oder VNC-Zugang gibt es im Tool raspi-config.
SSH und VNC kannst du im Punkt 3 - Interface Option - aktivieren.
sudo raspi-configDas Video wird von YouTube eingebettet und erst beim Klick auf den Play-Button geladen. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.
Häufige Aktionen nach der Grundinstallation
Installieren von vim
Falls du gerne mit dem Editor vim arbeitest, kannst du das so installieren:
sudo apt update
sudo apt install vimInstallieren von mc
mc ist ein Norton Commander Clone. Das Tool erlaubt also das File-Browsing auf der Konsole.
sudo apt update
sudo apt install mcAlias ll definieren
Folgendes in der .bashrc (Homeverzeichnis) ergnzen
alias ll='ls -al'Anschliessend
source ~/.bashrc Ein NAS mit dem Raspberry Pi
Mein erstes Projekt ist der Ersatz meines in die Jahre gekommenen NAS.
Das folgende ist noch eine recht rohe Mitschrift, da ich während des Einrichtens auf diverse Probleme gestossen bin und noch nicht alles sauber alles notiert hatte.
Ich möchte einfach auf die Festplatte eines Raspberrys zugreifen. Eine spezielle NAS-Software möchte ich nicht nutzen, da der Raspi neben NAS auch weitere Dienste erledigen soll.
Ein RAID möchte ich auch nicht aufsetzen, stattdessen soll der Raspberry in einer weiteren Ausbaustufe automatisch in regelmässigen Intervallen die Daten auf eine weitere Festplatte kopieren. Raid schützt nur gegen Hardware-Ausfall uns ist kein Backup. Eine Sicherung auf ein oder zwei weitere Festplatten schon.
Externe Festplatte nur 2 TB
Problem Nummer 1. Meine 4 TB Festplatte hat nur eine 2 TB Partition.
Anzeigen lassen kann ich mir das mit dem Kommando "df -h". Falls du dich mit der Laufwerksbezeichnung unter Linux nicht auskennst, schau dir doch erst einmal den Artikel Laufwerksbezeichnungen Linux verstehen an.
lars@raspberrypi:~ $ df -h
Filesystem Size Used Avail Use% Mounted on
udev 1.6G 0 1.6G 0% /dev
tmpfs 380M 1.4M 378M 1% /run
/dev/mmcblk0p2 58G 5.4G 50G 10% /
tmpfs 1.9G 436K 1.9G 1% /dev/shm
tmpfs 5.0M 16K 5.0M 1% /run/lock
/dev/mmcblk0p1 510M 68M 443M 14% /boot/firmware
tmpfs 380M 56K 380M 1% /run/user/1000
/dev/sda2 2.0T 7.9G 1.9T 1% /media/lars/rootfs
/dev/sda1 510M 68M 443M 14% /media/lars/bootfsDie Speichergeräte anzeigen lassen kann ich mir mit dem Kommando "lsblk". Meine 4 TB Festplatte hat also netto nur 3.6 TB.
lars@raspberrypi:~ $ lsblk
NAME MAJ:MIN RM SIZE RO TYPE MOUNTPOINTS
sda 8:0 0 3.6T 0 disk
mmcblk0 179:0 0 59.5G 0 disk
├─mmcblk0p1 179:1 0 512M 0 part /boot/firmware
└─mmcblk0p2 179:2 0 59G 0 part /Doch im Moment stehen sogar nur 2 TB zur Verfügung. Hintergrund ist hier, dass ich zunächst das Betriebssystem direkt auf die Festplatte schreiben lassen habe. Dabei wird MBR verwendet, dass als Maximalgrösse 2 TB hat.
sda ist die externe USB-Festplatte. mmcblk die SD-Karte
Mit fdisk stelle ich die externe Disk auf GPT um, um so die volle Kapazität zu bekommen.
sudo fdisk /dev/sda
Welcome to fdisk (util-linux 2.38.1).
Changes will remain in memory only, until you decide to write them.
Be careful before using the write command.
Command (m for help): g
Created a new GPT disklabel (GUID: AA19ED8B-3EE0-8F4A-99F8-9D9FA0F450BC)
Command (m for help): n
Partition number (1-128, default 1):
First sector (2048-7814037134, default 2048):
Last sector, +/-sectors or +/-size{K,M,G,T,P} (2048-7814037134, default 7814035455): +4T
Value out of range.
Last sector, +/-sectors or +/-size{K,M,G,T,P} (2048-7814037134, default 7814035455): 781403713
Created a new partition 1 of type 'Linux filesystem' and of size 3.6 TiB
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 3.64 TiB, 4000787030016 bytes, 7814037168 sectors
Disk model: PSSD T5 EVO
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 33553920 bytes
Disklabel type: gpt
Disk identifier: AA19ED8B-3EE0-8F4A-99F8-9D9FA0F450B
Device Start End Sectors Size Type
/dev/sda1 2048 7814037134 7814035087 3.6T Linux filesystem
Command (m for help): w
The partition table has been altered.
Calling ioctl() to re-read partition table.
Syncing disks.Formatieren
Ich formatiere auf NTFS, um die externe Disk auch auf einem Windows-Rechner lesen zu können.
Update: Ich habe inzwischen auf EXT4 umgestellt, das NTFS langsam ist unter Linux. Im Falle eines Falles kann ich die Disk auch an einem Linux Rechner lesen.
Im folgenden habe ich einige Kommandozeilebefehle reingedumpt. Einfacher, speziell für Mausschubser geht es aber mit den Tools gparted (GNOME Partition Editor) und GNOME Disks utility.
Mit gparted kann man bequem aus der graphischen Oberfläche raus Partitionen erstellen, formatieren, etc...
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Mit den GNOME Disks utility, die man nach dem Installieren einfach mit Disks aufrufen kann, kann man Disks mounten, unmounten und Mount-Point-Einstellungen anpassen.
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Gerade letzteres ist genial, da bei falschen Einstellungen in den zugehörigen Einstellungen (/etc/fstab) der Rechner nicht mehr startet.
lars@raspberrypi:~ $ sudo mkfs.ntfs -f /dev/sda1
Die Übersicht sieh nun so aus.
lars@raspberrypi:~ $ sudo lsblk
NAME MAJ:MIN RM SIZE RO TYPE MOUNTPOINTS
sda 8:0 0 3.6T 0 disk
└─sda1 8:1 0 3.6T 0 part
mmcblk0 179:0 0 59.5G 0 disk
├─mmcblk0p1 179:1 0 512M 0 part /boot/firmware
└─mmcblk0p2 179:2 0 59G 0 part /In /etc/fstab eintragen
Ich muss die Disk nun in die /etc/fstab eintragen, damit sie automatisch gemountet wird. Dazu muss ich mir mittels sudo blkid die Identifier anzeigen lassen.
lars@raspberrypi:~ $ sudo blkid
/dev/mmcblk0p1: LABEL_FATBOOT="bootfs" LABEL="bootfs" UUID="5DC7-F115" BLOCK_SIZE="512" TYPE="vfat" PARTUUID="7ad5ed75-01"
/dev/mmcblk0p2: LABEL="rootfs" UUID="a36be96c-66be-4487-a7a6-0481bca99d89" BLOCK_SIZE="4096" TYPE="ext4" PARTUUID="7ad5ed75-02"
/dev/sda1: BLOCK_SIZE="512" UUID="0B4D279C65CE375A" TYPE="ntfs" PARTUUID="fb002713-5616-4d4c-bb85-755af85bda11"
lars@raspberrypi:~ $ sudo vim /etc/fstab
lars@raspberrypi:~ $ sudo vim /etc/fstab
lars@raspberrypi:~ $ sudo systemctl daemon-reload
lars@raspberrypi:~ $ sudo mount -a
mount: /mnt/NAS: can't find PARTUUID=0B4D279C65CE375A.
lars@raspberrypi:~ $ sudo vim /etc/fstab
lars@raspberrypi:~ $ sudo systemctl daemon-reload
lars@raspberrypi:~ $ sudo mount -a
ntfs-3g-mount: failed to access mountpoint /mnt/NAS: No such file or directory
lars@raspberrypi:~ $ mkdir /mnt/NAS
mkdir: cannot create directory ‘/mnt/NAS’: Permission denied
lars@raspberrypi:~ $ sudo mkdir /mnt/NAS
lars@raspberrypi:~ $ sudo systemctl daemon-reload
lars@raspberrypi:~ $ sudo mount -a
lars@raspberrypi:~ $ cd /mnt/NAS
lars@raspberrypi:/mnt/NAS $ df
Filesystem 1K-blocks Used Available Use% Mounted on
udev 1670404 0 1670404 0% /dev
tmpfs 388292 1404 386888 1% /run
/dev/mmcblk0p2 60795880 5690528 51997040 10% /
tmpfs 1941456 15360 1926096 1% /dev/shm
tmpfs 5120 16 5104 1% /run/lock
/dev/mmcblk0p1 522230 69366 452864 14% /boot/firmware
tmpfs 388288 52 388236 1% /run/user/1000
/dev/sda1 3907017540 185220 3906832320 1% /mnt/NAS
lars@raspberrypi:/mnt/NAS $Samba installieren
Ich möchte per SMB bequem auch von Windows aus zugreifen und installiere mir das mit dem Paket Samba.
Pakete installieren
sudo apt-get update
sudo apt-get install samba samba-common smbclient
Standard-Config sichern und neue erstellen
sudo mv /etc/samba/smb.conf /etc/samba/smb.conf_alt
sudo vim /etc/samba/smb.conf
[global]
workgroup = WORKGROUP
security = user
encrypt passwords = yes
client min protocol = SMB2
client max protocol = SMB3
Neustart des Dienstes jeweils mit
sudo service smbd restart sudo service nmbd restart
Freigaben erstellen
Meine Standard-Freigabe ist unter
/mnt/NAS/standardsudo mkdir /mnt/NAS/standard
sudo chown root:root /mnt/NAS/standard
sudo chmod 777 /mnt/NAS/standardsudo vim /etc/samba/smb.conf[standard]
comment = Standard-Freigabe
path = /mnt/NAS/standard
read only = noUser hinzufügen
sudo smbpasswd -a larsBentuer "Lars" wieder deaktivieren.
sudo smbpasswd -d larsBenutzer "lars" für Samba wieder aktivieren:
sudo smbpasswd -e larsSehr hilfreiches Tutorial zum Einrichten von Samba ist auf der Website elektronik-kompendium.de zu finden.
Datensicherung
Die Daten sollen regelmässig auf eine zweite Platte gesichert werden. Idealerweise wird diese nicht automatisch gemountet, sondern nur, wenn die Sicherung startet. Dieser Artikel wird fortlaufend erweitert.
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Hallo, hier schreibt Lars. Dipl-Ing. Ingenieurinformatik (FH). Seit Jahrzehnten in der IT tätig. Geprüfter (und begeisterter) Webmaster. Ebenso begeisterter Windows-, Apple-, und Office-User. Ich schreibe über alle möglichen Themen rund um IT. Mehr über mich erfährst du hier: Über mich. Danke für deinen Besuch!
