Zuletzt aktualisiert am 22. Januar 2025 von Lars
Laufwerksbezeichnungen Linux: Wenn du von Windows zu Linux wechselst, kann die neue Welt der Dateisysteme und Gerätebezeichnungen anfangs verwirrend wirken. Begriffe wie /dev/sda, /dev/sdb, /dev/sda1 und /dev/sdb1 mögen dir unbekannt sein, aber keine Sorge – in diesem Artikel erkläre ich dir diese Bezeichnungen auf eine einfache Weise, die dir den Einstieg erleichtert.
Inhaltsverzeichnis
Laufwerke und Partitionen
Grundsätzlich kann dein Rechner eine beliebige Anzahl an physikalischen Laufwerken haben. Jedes Laufwerk kann dabei unterteilt sein, muss es aber nicht. Die "Teile" auf dem Laufwerk sind die Partitionen. So kann sich also auf einem Laufwerk eine Partition befinden und auf einem anderen Laufwerk 2 Partitionen.
Laufwerksbezeichnung Windows
In Windows werden unabhängig von Laufwerken Partitionen mit Buchstaben bezeichnet. Je nach Situation kann also ein physikalisches Laufwerk eine oder mehrere Laufwerksbuchstaben haben. Die Situation oben würde also so aussehen.
Laufwerksbezeichnungen Linux
Linux geht hier bei den Laufwerksbezeichnungen anders vor. Es verwendet sogenannte Geräte-Dateien im Verzeichnis /dev, die auf Hardware-Komponenten des Systems verweisen.
Die obige Situation könnte unter Linux so aussehen.
/dev/sda und /dev/sdb bezeichnen hier also die Laufwerke. /dev/sda1, /dev/sdb1 und /dev/sdb2 die Partitionen auf diesen Laufwerken. Eigentlich klarer als unter Windows. Man weiss, dass mit /dev/sda ein ganzes Laufwerk mit allen Partitionen darauf gemeint ist.
Warum sda, sdb, ...?
sda, sdb und so weiter wirst solltest du am häufigsten unter Linux antreffen. In Linux steht das Präfix sd für SCSI/SATA/SAS-Geräte. Der Buchstabe nach sd (a, b, c, usw.) kennzeichnet die Reihenfolge der erkannten Geräte. Also ist /dev/sda das erste, /dev/sdb das zweite, und so weiter.
Ein internes Laufwerk wird oft als /dev/sda erkannt, während ein über USB angeschlossenes Laufwerk als /dev/sdb erscheinen kann. Dies hängt jedoch von der Reihenfolge ab, in der die Geräte beim Booten erkannt werden.
Es muss nicht immer sd heissen...
Es muss aber nicht zwangsläufig /dev/sda und /dev/sdb heissen. Je nach System und Konfiguration können die Bezeichnungen auch anders lauten.
nvme
Bei meinem Surface, dass ich mit Linux Mint installiert habe, heisst die Hauptdisk zum Beispiel /dev/nvme0n1. Das liegt daran, dass das System ein NVMe (Non-Volatile Memory Express) SSD-Laufwerk verwendet, anstelle eines herkömmlichen SATA-basierten Laufwerks.
vda

vd steht für VirtIO disk. a bezeichnet ebenfalls das erste erkannte VirtIO-Gerät, b das zweite, usw. Diese Bezeichnung wird hauptsächlich für virtuelle Maschinen (VMs) in virtualisierten Umgebungen verwendet.
Auch wird die Partition, auf der du arbeitest, meist nicht die /dev/xyz1 sein, weil auf dem System noch andere Partitionen eingerichtet sind.
Datenträger und Partitionen unter Linux anzeigen lassen
lsblkMit dem Befehl "lsblk" kannst du dir eine Übersicht anzeigen lassen.
Hier siehst du, dass das Laufwerk "sda" heisst.

Darunter befinden sich die Paritionen "sda1", "sda2" und "sda3".
"sda3" ist die Grösste Partition (117.1 GB). Darunter befindet sich "sda3_crypt". Der Eintrag "sda3_crypt" erscheint, weil die Partition "/dev/sda3" verschlüsselt ist. Dieses Label wird vom Verschlüsselungssystem erstellt und zeigt an, dass die Partition als verschlüsselter Container genutzt wird. Nach dem Entschlüsseln wird die Partition unter einem neuen Gerät (z. B. /dev/mapper/sda3_crypt) bereitgestellt, über das das System auf die Daten zugreifen kann.
In diesem Container befinden sich wiederum die Partitionen vgmint-root und vgmint-swap. Die Namen vgmint-root und vgmint-swap stammen von LVM, das über der verschlüsselten Partition liegt. Nach der Entschlüsselung (sda3_crypt) wird die Partition als Volume Group (VG) behandelt, in der logische Volumes (LVs) wie root und swap erstellt werden. Diese LVM-Namen sind unabhängig von den ursprünglichen Geräte-Namen (sda), da LVM eine flexible und abstrakte Schicht über den physischen Speicher legt.
Was ist LVM?
LVM steht für Logical Volume Manager und ist ein System unter Linux, das dir mehr Flexibilität beim Verwalten von Festplatten und Partitionen gibt. Im Vergleich zu den festen Partitionen, die du vielleicht von Windows kennst, kannst du mit LVM den Speicherplatz dynamisch anpassen. Stell dir vor, du hast eine grosse Schublade (deine Festplatte) und kannst darin beliebig viele Fächer (logische Volumes) einrichten, die du später vergrössern oder verkleinern kannst, ohne alles neu einzurichten. Das ist besonders praktisch, wenn du zusätzlichen Speicherplatz brauchst oder deine Festplatte anders aufteilen willst. Mit LVM kannst du also deine Festplatte viel flexibler nutzen!
Für den Einsteig kannst du dir das einfach mal als eine zusätzliche Abstraktionsschicht vorstellen.
Weitere Befehle rund um Partitionen
Details zu den Geräten und Partitionen anzeigen
fdisk -lAktuell gemountete Dateisysteme anzeigen
df -hWas sind Loop-Geräte?
Bei der Eingabe von "lsblk" kann dir auch so etwas begegnen:

Das passiert dann, wenn du unter Linux sogenannte Snap-Pakete installierst.
Softwarepakete unter Linux
Unter Linux gibt es verschiedene Arten, Software zu installieren, und diese unterscheiden sich oft je nach Distribution. Die bekanntesten Pakettypen sind DEB (für Ubuntu, Debian und deren Derivate) und RPM (für Fedora, RHEL und ähnliche). Diese Pakete enthalten Software und die dazugehörigen Abhängigkeiten, die über sogenannte Paketmanager wie apt oder dnf installiert werden.
Zusätzlich gibt es moderne Paketformate wie Snap und Flatpak. Snap-Pakete, entwickelt von Canonical (den Machern von Ubuntu), sind unabhängig von der Linux-Distribution und beinhalten alle Abhängigkeiten, die das Programm benötigt. Das macht sie einfach zu nutzen, kann aber zu grösseren Speicheranforderungen führen. Ähnlich funktionieren Flatpak-Pakete, die ebenfalls distributionunabhängig sind, aber stärker auf Desktop-Anwendungen ausgelegt sind. Beide Formate ermöglichen es dir, Software schnell und unkompliziert zu installieren, ohne dich um Abhängigkeiten kümmern zu müssen.
Klassische Pakete wie DEB und RPM bieten hingegen mehr Kontrolle und sind oft schlanker, benötigen aber manchmal manuelles Nachinstallieren von Abhängigkeiten.
Grundkonzept
Ein Loop-Gerät in Linux ist ein spezielles virtuelles Blockgerät, das eine Datei als ein Blockgerät behandelt. Stell dir vor, du hast eine Datei, die ein komplettes Dateisystem enthält (ähnlich wie eine ISO-Datei in Windows). Ein Loop-Gerät ermöglicht es dem System, diese Datei so zu nutzen, als wäre sie ein physisches Laufwerk.
Vergleich zu Windows
In Windows gibt es keine direkte Entsprechung zu Loop-Geräten, aber eine ähnliche Funktionalität wird durch das Mounten von ISO-Dateien als virtuelle Laufwerke erreicht. Wenn du beispielsweise eine ISO-Datei in Windows mountest, wird sie als virtuelles CD/DVD-Laufwerk angezeigt. Loop-Geräte in Linux funktionieren ähnlich, indem sie eine Datei als ein blockbasiertes Gerät bereitstellen.
Warum erscheinen Loop-Geräte nach der Installation von Snap?
Snap-Pakete sind containerisierte Anwendungen, die alle Abhängigkeiten und Bibliotheken enthalten, die zur Ausführung der Anwendung erforderlich sind. Diese Pakete werden als SquashFS-Dateien bereitgestellt, ein komprimiertes, schreibgeschütztes Dateisystem.
Nutzung von Loop-Geräten durch Snap
Beim Installieren eines Snap-Pakets wird die SquashFS-Datei des Pakets benötigt. Um auf die Inhalte dieser Datei zugreifen zu können, wird sie über ein Loop-Gerät gemountet. Jedes Snap-Paket erhält somit ein eigenes Loop-Gerät, wodurch mehrere Loop-Geräte (loop0, loop1, loop2, ...) entstehen können, abhängig von der Anzahl der installierten Snaps.
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Hallo, hier schreibt Lars. Dipl-Ing. Ingenieurinformatik (FH). Seit Jahrzehnten in der IT tätig. Geprüfter (und begeisterter) Webmaster. Ebenso begeisterter Windows-, Apple-, und Office-User. Ich schreibe über alle möglichen Themen rund um IT. Mehr über mich erfährst du hier: Über mich. Danke für deinen Besuch!




