Linux auf intel Mac: So klappt es

Zuletzt aktualisiert am 27. Juni 2026 von Lars

Du hast einen alten Mac, der nicht mehr mit Updates von Apple versorgt wird?

Gerade die leichte Linux Mint Xfce Edition eignet sich besonders gut dafür und macht selbst aus einem MacBook Air aus dem Jahr 2013 mit nur 4 GB RAM noch eine passable Office-Maschine.

Du kannst bei der Installation sogar die macOS-Tastatur angeben, sodass es mit der unterschiedlichen Belegung keine Probleme gibt.

Mit ein paar Tricks schaffst du sogar einen macOS-ähnlichen Desktop. Das macht das Ganze auch für Linux-interessierte Einsteiger interessant, da solche Geräte oft für um die 100 Euro erhältlich sind.

Wie LINUX deinen alten MAC RETTET?! [Linux Mint Anleitung]

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WLAN wird nicht erkannt

Doch vollkommen problemlos läuft das Ganze nicht ab.

Da ich nur 4 GB RAM auf dem MacBook habe, habe ich mich für die Xfce4 Edition entschieden. Diese hat aber weniger Treiber mit an Bord als die Cinamon Edition.

Auf meinem MacBook Air 2013 hatte ich nach der Installation kein WLAN. Hier bieten sich zwei Zwischenlösungen an. Du nimmst entweder einen USB WLAN-Stick oder einen USB LAN-Adapter und hängst dich per Kabel an den Router.

Wichtig ist, dass dein Stick und dein Adapter von Linux erkannt werden. Diese hier funktionieren nach meinen Erfahrungen (trotzde aber ohne Garantie):

Überprüfe, ob du so ins Internet kommst, und versuche dann, die Treiber nachzuinstallieren.

Bei mir hat dann auch der grafische Treibermanager weitergeholfen.

Linux Mint hat einen grafischen Treiber-Manager:

  • Menü → "Treiber-Manager" öffnen
  • Warte, bis er die Hardware scannt
  • Suche nach Einträgen mit "bcmwl-kernel-source" oder "Broadcom 802.11"
  • Wähle den proprietären Treiber aus und klicke "Änderungen anwenden"
  • Neustart

Webcam wird nicht erkannt

Leider wurde auch die Webcam nicht erkannt.

Es gibt hier verschiedenste Lösungsansätze im Internet, zum Beispiel: Webcam on Linux Mint is inoperative. Leider hat dieser bei meinem Gerät und meinem gewählten Linux nicht funktioniert.

Einfacher dürfte hier ebenfalls die Verwendung einer USB-Webcam sein, zumal die Qualität der alten Facetime-Kameras auch nicht so besonders war. Eventuell hast du wie ich noch etwas herumliegen. Prüfe bei einem Neukauf zur Sicherheit die Linux-Kompatibiltät.

Noch mehr Probleme ab 2018

Wichtiger Hinweis: Mangels Modell ist das folgende nur recherchiert und nicht von mir getestet. Schreibe gerne in die Kommentare, wenn du hierzu weitere Hinweise hast.

Auf neueren Intel-MacBooks (ab ca. 2018) wartet der Apple-T2-Sicherheitschip mit einigen Hürden. Hier erfährst du, was dich erwartet und wie du die Probleme löst.

Die häufigsten Probleme

ProblemSymptom
RuhezustandSystem hängt nach dem Aufwecken
BluetoothVerschwindet sofort oder kann nicht aktiviert werden
AudioKein Sound nach der Installation
KameraFaceTime-Kamera wird nicht erkannt
TrackpadMulti-Touch reagiert nicht oder nur eingeschränkt

Die beste Lösung: t2linux

Hilfreich ist hier t2linux, das Lösungen für gängige Linux-Distributionen anbietet. Im Prinzip handelt es sich hier um ein Tool, das aus einer Standard-ISO einer Linux-Distribution eine speziell für den T2-Chip gepatchte Variante machte. Hier ist die Landingpage für die verschiedenen Linux-Distributionen.

Besser macOS installiert lassen

Auch wenn es technisch möglich ist, nur noch Linux auf dem Gerät zu haben, ist es vorteilhafter, wenn zumindest eine kleine Installation von macOS auf dem System bleibt.

Bestimmte Aktionen sind entweder einzig oder einfacher unter macOS, realisierbar. Wenn du etwa das automatische Starten beim Öffnen des Notebooks ausschalten willst, genügt ein ...

sudo nvram AutoBoot=%00

... im macOS Terminal.

Mac vorbereiten

Um deinen T2-Mac für die Linux-Installation vorzubereiten, braucht es ein paar Vorbereitungen. Diese sind auf englisch hier beschrieben: Pre install steps

Im Wesentlichen geht es darum, mit dem Festplattendienstprogramm die Partition mit macOS zu verkleinern und anschliessend eine neue Partition für Linux anzulegen. Die Formatierung ist hier eigentlich weniger wichtig. Du solltest einfach einen passenden Namen vergeben, damit du in jedem Fall die Partition während der Installation eindeutig identifizieren kannst.

Installationsmedium vorbereiten

Jetzt musst du dir ein passendes Installationsmedium erstellen. Hier am Beispiel Linux Mint

  • Lade dir die iso.sh hier herunter
  • Mache die Datei ausführbar und starte sie
  • Wähle deine Variante aus und lasse die ISO herunterladen. Sie wird zum Beispiel als linuxmint-22.3-cinnamon-7.0.9-t2-noble gespeichert.
  • Aus dieser musst du nun mit einem geeigneten Tool (z.B. Balena Etcher) einen bootbaren USB-Stick machen.

Installation

Stecke den USB-Stick ein und boote von ihm, indem du die Option-Taste beim Start gedrückt hältst. Führe die Installation wie gewohnt aus.

Bei Upgrade beachten

Es besteht ein Risiko, dass nebenbei ein Standard-Kernel ohne T2-Patches (linux-generic) mitinstalliert wird und in GRUB als Standard landet. Dann würde der Mac irgendwann in einen Kernel booten, der wichtige Funktionen nicht kennt. Falls das passiert: einfach in GRUB den t2-Kernel auswählen, oder den generischen Kernel gar nicht erst installiert lassen bzw. entfernen.

Installation auf M-Prozessoren

Ich habe auch versucht, Linux auf einem M-Prozessor mit dem Projekt asahilinux.org zu installieren. Das Ergebnis war ernüchternd. Nicht einmal WLAN lief. Ich habe den Eindruck, dass man hier noch einmal deutlich mehr Debugging hereinstecken muss, wozu ich derzeit keine Lust habe.

Stromverbrauch rudizieren

Unter Linux arbeiten die Macs nicht so effizient. Du kannst die folgenden Befehle versuchen, um das zu verbessern.

sudo apt install tlp tlp-rdw
sudo systemctl enable --now tlp

Status prüfen mit sudo tlp-stat -s (allgemein) bzw. tlp-stat -b (Akku). Schon das bringt einiges, ohne dass du etwas konfigurieren musst.

Aussehen anpassen: Linux Mint macOS Look geben - XFCE4

Nimm von dieser Website das Hintergrundbild und das Icon-Theme: https://www.opendesktop.org/p/1400409

Das ausgepackte Icon-Theme muss in einen Ordner namens ".icons" in deinen Benutzerordner.

Nimm hier das eigentliche Desktop-Theme: 

Die ausgepackten Dateien müssen in einen Ordner namens ".theme" in deinen Benutzerordner.

Wie du Linux Mint wie macOS aussehen lässt [Anleitung]

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Aussehen anpassen: Linux Mint macOS Look geben - Cinamon

Unter Cinamon kannst du direkt nach macOS Themes in der App Theme suchen. Allerdings tauchen keine passenden Icon-Themes auf.

Hierzu kannst du zum Beispiel MacBuntu-OS-Icons nehmen. Lade die Datei herunter, entpacke sie und kopiere den ausgepackten Ordner in deinen Userordner - Unterordner .icons

Tipp zum Schluss

Wenn du die Wahl hast: Ältere Intel-MacBooks (bis 2015) laufen deutlich reibungsloser mit Linux Mint, da sie keinen T2-Chip verbaut haben. Auf neueren Modellen ist alles machbar – du musst nur etwas mehr Hand anlegen.

Viel Erfolg beim Tüfteln!

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