DNS | einfach erklärt [mit Video]

Was ist denn das DNS-Gedöns und was hat es damit auf sich? In diesem Artikel lernst du die Grundlagen ohne zu viel technischen Ballast.

Wa ist DNS?

DNS steht für Domain Name System. Es ist vereinfacht gesagt vergleichbar mit einem Telefonbuch, in dem du die Nummer zu einem Namen findet. Jedes Mal, wenn du in deinem Computer eine Website aufrufst, wird darin nachgeschaut, welche IP sich hinter der eingegeben Adresse der Website befindet.

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DNS ist wie ein Telefonbuch

Wenn du also in deinem Browser „it-zeugs.de“ aufrufst, wird die dahinter liegende Website herausgesucht. In dem Fall ist es 149.126.4.40.

Warum ist das nötig? Tatsächlich basiert das Internet auf IP-Adressen. Ein Beispiel für eine IP-Adresse sind die vier Zahlen (149.126.4.40) von oben, die mit einem Punkt getrennt sind (sogenannte IPv4-Adressen) oder 4 Buchstaben- bzw. Zahlenkombinationen, die mit Doppelpunkt getrennt sind (sogenannte IPv6-Adressen, z.B. „fe80::14eb:5486:3677:294“).

Mit IPs wollen wir uns hier nicht genauer beschäftigen, da es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Für dein Verständnis ist es wichtig, dass du im Internet eigentlich auf IP-Adressen basiert. Aber die wären arg blöde zu merken, oder?

Deshalb gibt es die sprechenden sogenannten URLs („Uniform Resource Locator“ – ganz einfach die Adresse einer Website), wie zum Beispiel „it-zeugs.de“. Und damit bekannt ist, welche IP dahintersteckt, gibt es DNS.

DNS-Server

Die DNS-Einträge befinden sich auf DNS-Server, die im Internet verteilt sind. Man sagt oft auch kürzer Nameserver. Du weist wahrscheinlich, dass es sehr viele Adressen im Internet gibt. Die DNS-Server enthalten daher nicht die DNS-Einträge, sondern nur die von denen, für die sie zuständig sind.

Welche DNS-Server verwendet werden, ist wiederum beim Registrar hinterlegt.

Die zu verwendenden DNS-Server sind beim Registrar hinterlegt

Damit ich meine Website unter „it-zeugs.de“ aufbauen konnte, musste ich die sogenannte Domain (einfach den Namen) „it-zeugs.de“ auf mich registrieren. Diese Domainregistrierung kostet so ca. 10-20 Euro im Jahr. Damit gehört aber nur der Name mir, eine Website kann ich mit der Domain alleine nicht aufbauen. Hierzu brauche ich Speicherplatz, den ich üblicherweise bei einem Webhoster miete. Auf diesem kann ich dann die Website einrichten und auch E-Mails werden darin gespeichert. Bei der Registrierung gebe ich an, welche DNS-Server ich verwenden möchte. Dies sind in der Regel die DNS-Server meines Webhosters.

Oft wird die Domain auch beim Webhoster registriert, dies muss jedoch nicht zwingend der Fall sein.

Abbildung Abfrage DNS-Server, Autor: Seobility, Lizenz: CC BY-SA 4.0

DNS-Zone

Für jede Domain speichert der DNS-Server eine Zone. So wie in einem Telefonbuch zu einem Namen nicht nur die Telefonnummer, sondern auch die Adresse und vielleicht auch noch die Handy-Nummer gespeichert sein kann, gibt es für jede Domain auch noch mehr Informationen, als nur die IP. Diese Informationen sind in einer Zone zusammengefasst. Jede Domain hat eine eigene Zone.

A-Record und CNAME

Bist du noch dabei? Dann zurück zu DNS. Der Webhoster hat mir eine DNS-Zone für „it-zeugs.de“ eingerichtet, in der geschrieben steht, hinter welcher IP-Adresse sich „it-zeugs.de“ und „www.it-zeugs.de“ befindet. Dieser Eintrag wird vom Typ A sein. Für „www.it-zeugs.de“ kann es auch einen Eintrag vom Typ CNAME-Eintrag geben.

MX-Record

Aber es gibt da nicht nur diese zwei Typen von DNS-Einträgen, sondern auch den sogenannten MX-Eintrag. Er zeigt an, an welchen Mailserver eine E-Mail für diese Domain geschickt wird.

Neben Einträge vom Typ A, CNAME oder MX gibt es auch weitere Einträge. Zu den Einträgen sagt man im Fachjargon auch DNS-Records. Auf die technischen Details gehe ich hier nicht ein, aber einen Record-Typ merke dir bitte noch: Und zwar den Typ TXT. Er kann für verschiedene Möglichkeiten verwendet werden. Zum  Beispiel, um als SPF-Record die E-Mail-Sicherheit zu erhöhen.

DNS-Zone stark vereinfach
Stark vereinfachte Informationen der DNS-Zone „it-zeugs.de“: Sie enthält (unter anderem) die IP für „it-zeugs.de“, „www.it-zeugs.de“, den MX-Record (Ziel für E-Mails an it-zeugs.de) sowie TXT-Einträge

TTL – Änderungen brauchen Geduld

Auch wenn nicht alle DNS-Server im Internet die Informationen aller Adressen im Internet haben, müssen diese viele Informationen untereinander abgleichen. Es kommuniziert nicht jeder DNS-Server mit jedem anderen. Das ganze ist hierarchisch aufgebaut. Die URL wird von hinten gelesen. Endet Sie auf DE werden erst einmal die DNS-Server angefragt, die für Deutschland zuständig sind. Endet Sie auf CH, werden die der Schweiz angefragt. Und dann geht es mit dem Namen weiter. Die DE-Server wissen zum Beispiel, welchen DNS-Server sie für „it-zeugs.de“ fragen müssen.

Um die Datenmenge eines nötigen Austausches noch weiter zu reduzieren, hat jeder DNS-Eintrag auch eine TTL (Time To Live – Lebenszeit). Erst wenn diese abläuft wird der Eintrag mit den notwendigen anderen DNS-Servern synchronisiert. Das hat zur Folge, dass ein Änderung eine Wertes nie sofort aktiv wird, sondern oft erst nach mehreren Stunden.

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DNS-Änderungen können ganz schön dauern …

Fazit DNS

Also zusammenfassend ist DNS wie ein Telefonbuch. Stell dir aber vor, dass unter der Zone „Lars Schlageter“ nicht nur die Festznetznummer, sondern auch die Handy-Nummer und die Adresse steht. Du hättest also verschiedene Typen von Einträgen.

So bekommst du in DNS nicht nur zum Namen (z.B. „it-zeugs.de“) die IP der Website, sondern auch das Ziel für E-Mails (MX-Record) sowie weitere Informationen, zum Beispiel welche E-Mail-Server überhaupt berechtigt sind, E-Mails zu dieser Domain einzuliefern.

DNS ist ein sehr komplexes Thema. In diesem Artikel habe ich dir aber bewusst mal nur die Grundlagen vermitteln damit du zum Beispiel verstehst, wovon dein Webhoster redet, wenn du mit ihm was anpassen willst. DNS kann aber noch viel mehr, zum Beispiel findet es zu einer IP-Adresse auch den dahinter liegenden Namen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=vKNkkJTNYQc

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