MailPoet [Einsteiger-Tutorial]

Zuletzt aktualisiert am 26. März 2021 von Lars

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit Mailpoet, einem Newsletter-Plugin für WordPress.

Newsletter sind ein beliebtes Marketing-Instrument. Über die Newsletter erreicht man zusätzliche Besucher und kann so seine Reichweite erhöhen. Ich selber nutze Newsletter nicht wirklich aktiv, aber das Tool ist interessant genug, es sich doch einmal genauer anzuschauen. Auch die kostenlose Variante bietet bereit viel Funktionalität.

Bestseller Nr. 1
Bestseller Nr. 2

Warum überhaupt Newsletter?

Newsletter werden noch immer als gängiges Marketinginstrument angewendet. Man erreicht damit potentielle Besuche auf einem anderen Kanal und kann so seine Reichweite erhöhen. Um Benutzer dazu zu bewegen, sich für den Newsletter einzutragen, kann man mit kostenlosen Produkten, wie zum Beispiel einem E-Book, werben.

Ich setze auf it-zeugs.de Newsletter ein, jedoch nutze ich diese nicht regelmässig. Derzeit läuft dieser auch noch über einen anderen Anbieter.

Problematiken bei der Newsletter

Beim Einsatz von Newsletter gibt es viel zu beachten. Der Grat zwischen Newsletter und Spam ist sehr gering. Keinesfalls kann man einfach Kunden oder Interessenten einfach so anschreiben. Hier ist unbedingt deren aktive Einwilligung einzuholen. Üblich ist das sogenannte Double Opt-In.

Double Opt-In

Beim Double Opt-In meldet sich der Interessent zunächst in einem Formular an und erhält daraufhin eine weitere E-Mail, mit der er den Eintragungswunsch noch einmal bestätigen muss. So ist sichergestellt, dass niemand für dritte unberechtigt eine Anmeldung ausführt, oder gar ein Tippfehler bei der Eingabe der E-Mail-Adresse vorlag.

Bei meiner Selbständigkeit von 1994-2003 verschickte ich damals schon Werbung per E-Mail. Ich hatte jeweils Kunden an der Kasse gefragt, ob sie mit dem Empfang einverstanden wären. Irgendwann flatterte mir dann eine Abmahnung ins Haus. Ein Kunde hatte einen Buchstabendreher in seiner E-Mail-Adresse. Die "falsche" E-Mail-Adresse gehörte aber zu einer anderen Person und diese war ausgerechnet ein Rechtsanwalt, der sich für diese Zeit schon recht gut mit Internet-Recht auskannte. Immerhin liess sich das Missverständnis klären, da ich die Anmeldungen aufbewahrt hatte. 

Wichtig ist, dass auch ein Newsletter-Tool das Double Opt-In Verfahren angemessen dokumentiert.

DSGVO

Die Datenschutzgrundverordnung oder kurz DSGVO ist ein gesetzliches Regelwerk, dass den Umgang mit personenbezogenen Daten regelt. Schon wenn Besucher nur deine Website aufrufen, gelten die vom Webserver aufgezeichneten IPs als personenbezogene Daten, weil sie im Zweifel über diese identifizierbar sind.

Bei der Newsletter speicherst du zusätzlich auch noch mindestens die E-Mail-Adresse.

Du musst das Tools also entsprechend auf Konformität abchecken und in der Datenschutzerklärung auf deiner Website einbinden.

Ich bin kein Anwalt. Alle Aussagen von mir bezüglich DSGVO beziehen sich daher auf eigene Recherchen und du musst diese gegebenenfalls zur Sicherheit von deinem Anwalt abchecken lassen.

Auswirkungen auf deine E-Mail-Infrastruktur

Verschickst du die E-Mail über deine E-Mail-Infrastruktur kann das unangenehme Folgen haben:

Auch wenn du dich an alle Regeln hältst, kann es trotzdem vorkommen, dass ein oder mehrere Empfänger deine Newsletter als Spam melden. Deine E-Mail-Adresse und damit dein E-Mail-Server landen auf einer Blacklist und deine "normalen" E-Mails werden nicht mehr empfangen.

Daher verwenden die meisten Newsletter-Anbieter eine eigene E-Mail-Infrastruktur und oft auch eindeutige Absender-Adressen.

Gängige Newsletter-Anbieter

Die "Platzhirsche" der Newsletter-Anbieter sind Mailchimp und Sendgrid. Beide haben den Firmensitz in den USA, was die Verarbeitung der persönlichen Daten deiner Besucher zusätzlich vor Herausforderungen bezüglich DSGVO stellt.

Es gibt allerdings auch Anbieter aus Deutschland und Europa.

Und warum jetzt MailPoet?

MailPoet ist ein Plugin für das populäre CMS WordPress. Es ist jedoch nicht nur ein Plugin, sondern bietet auch den Mailversand an. Dieser ist bis zu 1000 Empfänger sogar kostenlos.

MailPoet hat den Sitz in Frankreich. Damit unterliegt auch MailPoet direkt der europaweit geltenden DSGVO.

Das Plugin ist in seiner Form etwas komplexer. Daher installiere ich es erst einmal auf einer Website, die eher Test-Charakter hat. Das ist in meinem Fall schlageter.li.

MailPoet installieren

MailPoet installierst du wie alle Plugins in WordPress über "Plugins" > "Installieren" und suchst nach "MailPoet".

mailpoet

Die Installation startest du mit Klick auf "Jetzt installieren".

Nach der Installation aktivierst du es mit Klick auf "Aktivieren".

MailPoet grundlegend konfigurieren

Anschliessend hast du einen zusätzlichen Eintrag in der Seitenleiste von WordPress mit dem Namen "MailPoet". Klicke darauf und der Konfigurationsassistent beginnt.

Im ersten Schritt gibst du die Absenderadresse deiner E-Mails an.

Im nächsten Schritt kannst du dich für einen 4-teiligen E-Mail-Kurs von MailPoet eintragen.

mailpoet konfigurieren

Ein Schritt weiter geht es darum, ob du erlauben willst, dass MailPoet Daten zur Verbesserung des Produktes lädt und ob eine Anbindung an deren Ticket-System ermöglicht werden soll. Ich lehne hier bei meiner Test-Website beides ab.

Ein Schritt weiter kannst du dich bei MailPoet anmelden. Die Nutzung ist für bis zu 1000 Empfänger pro E-Mail kostenlos. Insofern lohnt sich hier also eine Anmeldung.

Du kannst theoretisch MailPoet nur zum Einsammeln der Adressen verwenden, was aber eigentlich wenig Sinn macht. Das Anlegen eines Accounts funktioniert so, wie man es von anderen Online-Services gewohnt ist. Anschliessend hinterlegst du dort noch die Daten deiner Website.

Jeder Account wird allerdings noch manuell überprüft, sehr wahrscheinlich, um Spam zu vermeiden.

Unter MailPoet > MySubscriptions siehst du dann einen Code, der du für das Plugin benötigst.

Wieder zurück in WordPress hinterlegst du den Code unter "Mailpoet" > "Einstellungen" im Reiter "Schlüssel-Aktivierung".

Die Absenderadresse kann dann aber erst eingestellt werden, wenn der Account manuell überprüft ist und du wirst eine Ausgabe ähnlich dieser hier erhalten:

mailpoet plugin einrichten

Sobald MailPoet deinen Account überprüft hat, ist hier alles auf grün.

Registrierungbestätigung einrichten

Die Registrierungsbestätigung ist der Zwischenschritt, der dein User enthält, wenn er sich bei dir zum ersten Mal für die Newsletter einträgt. Wie eingangs beschrieben holen wir diese per Double Opt-In ein.

Die Registrierungsbestätigung findest du in MailPoet unter "Einstellungen" > "Registrierungsbetätigung".

mailpoet-registrierungsbestaetigung

Eigene Bestätigung-Seite für MailPoet erstellen

Die Standardmässige Newsletter-Bestätigungsseite von MailPoet ist leider nicht sonderlich attraktiv. Das kannst du besser machen, indem du dazu eine eigene Seite erstellst.

mailpoet-registrierungsbestaetigung-02

Speziell wenn du hier ein Gratisprodukt als Dankeschön für die Eintragung bei der Newsletter anbietest, solltest du hier diese Seite so einstellen, damit diese nicht von einer Suchmaschine indexiert wird. Einfach, damit man nicht via Suchmaschine ohne Eintragung in die Newsletter an das Gratis-Produkt kommt.

Ich verwende das Plugin Yoast-SEO. Wenn das installiert ist, scrollst du runter zu "Erweitert und wählst dort bei "Erlaube Suchmaschinen dies Seite in den Suchergebnissen anzuzeigen?" auf "Nein". Dann veröffentlichst du die Seite.

Unter "MailPoet "> "Einstellungen" > "Registrierungsbetätigung" wählst du nun die passende Seite aus:

Anschliessend kannst du die Registrierungsbestätigung speichern.

Listen

Unter "MailPoet" > "Listen" findest du bereits vordefinierte Listen. Ich empfehle hier die vorhandenen erst einmal zu löschen und eine neue anzulegen.

Formulare

Irgendwie müssen die Benutzer aber nun auf deine Liste kommen. Dazu dienen die Formulare. Diese findest du unter "MailPoet" > "Formulare".

Über "Neues Formular" erstellst du ein neues Formular. Du kannst entweder aus Vorlagen vom Typ "Pop-up", "Slide-in", "Fixierte Leiste", "Unterhalb der Seiten", "Widgets" wählen, oder mit einem leeren Formular beginnen. Für ein leeres Formular klickst du auf "Überspringen, mit leerem Formular beginnen".

Dir wird auch ein Videotutorial angezeigt, dass den Umgang mit den Templates gut (allerdings auf Englisch) erklärt.

Ich nutze erst einmal ein Standard-Formular.

Grundsätzlich sollten Daten sparsam eingesammelt werden. Wahrscheinlich aus diesem Grund gibt uns das Standardformular nur ein Namensfeld vor.

Trotzdem habe ich bei it-zeugs.de auch den Vornamen mit als verfügbares Feld. Über das Pluszeichen, kann ich weitere Felder hinzufügen. Ebenso einen Text mit den entsprechenden Angaben für das Formular.

mailpoet-formular01

Zusätzlich zu diesen Angaben solltest du noch einen Text einfügen, der sich mit dem Sinn deiner Newsletter auseinandersetzt. Also zum Beispiel etwas in dieser Art:

"Meine Newsletter informiert dich über Themen rund um IT und Computer. Informationen zum An- und Abmeldeverfahren, dem verwendeten Dienstleister findest du unter Datenschutzerklärung. Beachte, dass du mit dem Absender deiner Anmeldung die Datenschutzerklärung anerkennst. Wir versenden kein Spam"

Im Reiter Formular machst du dann noch die entsprechenden Angaben für das Formular:

Vergib einen Namen, aktiviere das Formular und gibt die Liste an.

Unter Formular-Platzierungen musst du noch die entsprechende Platzierung angeben.

mailpoet-formular03

Wähle hier die passende aus.

Klicke auch das Zahnrad an bei der passenden Platzierung und prüfe dort, ob die nötigen Einblendeoptionen gesetzt sind.

mailpoet-formular05

Du kannst aber auch das Formular als Widget zum Beispiel in die Seitenleiste einblenden.

mailpoet-formular04

Falls das Formular nicht angezeigt wird, lösche auch den Cache von WordPress und die Cookies im Browser.

Spamschutz für MailPoet-Formulare

Leider versuchen immer mal wieder Cyberkriminelle über ungeschützte Formulare Spam zu versenden. Dabei versuchen sie es oft auch bei solch simplen Formularen wie einer Newsletter-Anmeldung. Wie ist das hier?

MailPoet-Formulare sind per Standard schon gegen Spam geschützt. Riecht dies nicht aus, kannst du auch Captchas definieren. Die Option dazu findest du unter "MailPoet" > "Einstellungen" > "Fortgeschritten":

mailpoet-formular-spamschutz

Newsletter erstellen

Die eigentliche Newsletter erstellst du unter "Mailpoet" > "E-Mails". Du startest hier über die Schaltfläche "Neue E-Mail".

Es gibt verschiedene E-Mail-Sorten, wir schauen uns hier aber nur die Newsletter an.

mailpoet-newsletter

Über "Erstellen" kommst du auf die nächste Seite, auf der du zwischen verschiedenen Vorlagen wählen kannst.

mailpoet-newsletter-02

Wichtig für die Auswahl: Alle Elemente können beliebig angepasst werden. Die Vorlagen kannst du also so als ungefähre "Richtschnur" sehen.

Über die Schaltfläche "Auswählen" wählst du ein Template aus.

Du bist im Editor für die Newsletter.

Links siehst du den Inhalt und rechts hast du die Werkzeuge, um diese anzupassen.

mailpoet-newsletter-editor

Das ganze funktioniert blockbasiert. Um einen Block anzupassen, klickst du ihn an:

mailpoet-newsletter-04

Mit dem Zahnrad kannst du bestimmte Einstellungen für das markierte Element vornehmen. Um Elemente zu löschen, klicke den Papierkorb an und Bestätige. Das Symbol rechts daneben dient dazu, das Element zu kopieren. Mit dem Pfeilsymbol in alle Richtungen verschiebst du das Element.

Denke daran, dass dass du dein Impressum verlinkst und deine Postanschrift angibst.

Sehr interessant finde ich das Tool "Beiträge". Damit kannst du Beiträge aus deinem Blog verlinken.

Zur Sicherheit macht es Sinn, noch einen Text in der folgenden Art mit reinzunehmen:

"Diese E-Mail wir nur an Empfänger verschickt, die per sogenanntem Double Opt-In dem Empfang zugestimmt haben. Die Empfänger können sich jederzeit abmelden. Eine Abmeldemöglichkeit findet sich in jeder E-Mail.

Wir müssen die Anmeldungen protokollieren, um eine ordnungsgemäße Anmeldung nachweisen zu können. Dazu speichern wir im Rahmen der Anmeldung den Anmelde- sowie den Bestätigungszeitpunkt und die IP-Adresse der Nutzer."

Newsletter versenden

Zum Versenden klickst du rechts oben auf "Weiter" und wählst die korrekte Liste aus.

Probleme beim Newsletter Versand

Bei mir war die Möglichkeit zu senden ausgegraut, obwohl ich per E-Mail eine entsprechende Meldung erhalten habe. Stattdessen stand hier: "Du wirst bald senden können, sobald unser Team dein Konto überprüft hat. Bis dahin kannst du Voransichten an deine autorisierten E-Mail-Adressen senden."

Obwohl mein Account aktiviert war, konnte ich den Versand nicht anstossen. Nach einiger Suche fiel mir hier diese Meldung auf.

mailpoet-newsletter-versand-nicht-moeglich

Unter "MailPoet" > "Einstellungen" > "Hilfe" > "Sytemstatus kommt es dann zu dieser Meldung:

mailpoet-newsletter-versand-nicht-moeglich-02

"Schuld" ist hier mein Sicherheitsplugin WP Cerber, der das Scheduler-Skript als verdächtig einstufte. Man sieht das schön, wenn man auf "WP Cerber" > "Dashboard" geht. Die Zugriffe auf Mailpoet kann man dann auf die Whitelist setzen.

Datenschutzerklärung für MailPoet anpassen

Die Verwendung von MailPoet musst du noch in deine Datenschutzerklärung mit aufnehmen. Eine Mögliche Vorlage ist der Datenschutzererklärungs-Generator von wbs-law.de.

Hinweise zum DSGVO-konformen Einsatz von MailPoet findest du bei MailPoet selber hier.

Probleme

Gibt der Benutzer im Formular etwas falsch ein, dann wird er bei den Fehlermeldungen geduzt. Bis jetzt habe ich keine Möglichkeit gefunden, dass anzupassen. Ich habe mal hier eine entsprechende Anfrage im Forum gestellt.

Update: Antwort ist inzwischen eingetrudelt: "Hi! The German (Sie) translation of MailPoet is not fully completed – we have completely translated the “standard” german version. In this case, you’d need to use a third-party translation plugin like Loco Translate."

Das gibt dann mal Raum für einen weiteren Artikel.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.