Zuletzt aktualisiert am 6. Februar 2026 von Lars
Künstliche Intelligenz verarbeitet riesige Datenmengen – oft sind das auch persönliche Informationen. Aber wie ist das mit dem Datenschutz?
Inhaltsverzeichnis
Gängige Risiken bei der Nutzung von KI
- Datenweitergabe an Dritte
Die meisten KI-Modelle werden in grossen Rechenzentren, der Cloud, betrieben. Dabei können Eingaben an den Anbieter oder sogar an weitere Partner weitergeleitet werden. - Training mit echten Nutzerdaten
Einige Systeme lernen aus den Daten, die Nutzer eingeben. Ohne ausreichende Anonymisierung können persönliche Details in das Modell einfliessen und später wiedererkennbar sein. - Profilbildung und Targeting
Durch Analyse von Eingaben lassen sich Profile erstellen, die für Werbung oder andere Zwecke missbraucht werden könnten. - Fehlende Transparenz
Oft weiss man nicht, welche Daten gespeichert, wie lange und zu welchem Zweck sie verwendet werden.
Diese Risiken sind nicht bei allen Anbietern in gleichem Umfang vorhanden. Um aber sicherzugehen, muss man die Datenschutzerklärungen der Anbieter kontrollieren. Und das nicht nur einmal, sondern regelmässig, da diese jederzeit geändert werden können.
Diese sind zudem meist recht lang und in einem "Amtsdeutsch" verfasst, was das zu keiner leichten Lektüre macht.
Beispiel:
- Datenschutzerklärung OpenAI (ChatGPT)
- Google Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen
- Gemini-Apps Datenschutzhinweise
Datenschutz international
- USA: Der "EU‑US Privacy Shield" wurde 2020 vom EuGH für ungültig erklärt, und seitdem gibt es kein umfassendes Nachfolgeabkommen. Ohne zusätzliche vertragliche Garantien (z. B. Standardvertragsklauseln) dürfen US‑Unternehmen personenbezogene Daten aus der EU nicht einfach verarbeiten. Trotzdem speichern viele amerikanische KI‑Anbieter ihre Daten weiterhin auf US‑Servern, wo die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz weniger streng sind und staatliche Zugriffsrechte breiter ausgelegt werden. Das führt dazu, dass dort Nutzerdaten häufig weniger geschützt sind, solange keine extra Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.
- China: Dort gibt es keine gesetzlich verbindlichen Datenschutzstandards, die dem europäischen Niveau entsprechen. Chinesische KI‑Plattformen können Daten ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer sammeln, analysieren und sogar staatlichen Behörden zur Verfügung stellen.
- Europa: Europäische Anbieter unterliegen der DSGVO, die klare Regeln für Erhebung, Speicherung und Weitergabe personenbezogener Daten festlegt. Das bedeutet strengere Kontrollen, verpflichtende Transparenz und höhere Strafen bei Verstössen.
- Schweiz: Das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) bietet ein ähnlich hohen Datenschutzstandard wie die europäische DSGVO.
Was bedeutet das für dich?
Als Nutzer bist du hier in einem Dilemma. Die besten KI-Modelle kommen aus den USA. Sie bieten aber das niedrigste Datenschutzniveau.
Deshalb solltest du dir bewusst sein, dass deine Eingaben potenziell nicht sicher sind. Hier ein paar praktische Tipps dazu:
Daten anonymisieren, wenn du KI‑Modelle nutzt
- Persönliche Angaben entfernen – Vor dem Absenden alles weglassen, was dich eindeutig identifiziert (Name, Adresse, E‑Mail, IP‑Adresse).
- Pseudonyme verwenden – Statt echter Namen generische Bezeichnungen ("Benutzer 1", "Projekt A") einsetzen.
- Sensiblen Kontext zusammenfassen – Anstatt komplette Dokumente hochzuladen, nur die relevanten Fakten in abstrakter Form wiedergeben.
- Lokale Vorverarbeitung – Texte zuerst auf deinem Rechner bereinigen, bevor du sie an den Cloud‑Dienst sendest.
Alternativen mit höherem Datenschutz
- Lumo – KI‑Dienst, der in der EU gehostet wird und die DSGVO‑Konformität garantiert. Die dahinter stehende Firma Proton ist schon lange für Produkte mit hohem Datenschutzstandard bekannt.
- Euria – KI des schweizer Anbieter Infomaniak.
Das Video wird von YouTube eingebettet und erst beim Klick auf den Play-Button geladen. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.
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Beide KI-Modelle bieten solide Funktionen, erreichen jedoch derzeit nicht das Leistungsniveau der grossen US‑Modelle.
Bei den kleineren Anbietern werden oft sogenannte Open‑Source‑Modelle von grösseren Anbietern verwendet. Das sind meist etwas ältere Modelle, die diese kostenlos der Allgemeinheit abgegeben haben. Diese werden dann im eigenen Rechenzentrum sicher betrieben.
Eigene KI‑Instanz betreiben
Für besonders sensible Anwendungsfälle kann man auch sein eigenes KI-Modell betrieben. Das gibt dir volle Kontrolle über Daten, Speicherort und Zugriff. Das dürfte aber für rein private Anwendungen oft "Overkill" sein. Du brauchst hier auch eine leistungsstarke Hardware mit viel Arbeitsspeicher.
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Fazit
- Nutze Anonymisierung, wenn du US‑Modelle verwendest.
- Greife zu europäischen Alternativen wie Lumo oder Euria, wenn Datenschutz Priorität hat.
Weitere Informationen KI und Datenschutz
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Hallo, hier schreibt Lars. Dipl-Ing. Ingenieurinformatik (FH). Seit Jahrzehnten in der IT tätig. Geprüfter (und begeisterter) Webmaster. Ebenso begeisterter Windows-, Apple-, und Office-User. Ich schreibe über alle möglichen Themen rund um IT. Mehr über mich erfährst du hier: Über mich. Danke für deinen Besuch!
